Deutsch - 01-07.11.2025 Erste Woche auf den Falkland Inseln - Stanley
- dl7hw4
- 31. Okt. 2025
- 24 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Nov. 2025
01.11.2025
Weiter geht es auf die Inseln.
Nach einem ausgezeichnetem Frühstück (Resteverwertung!), welches der Chef de Cuisine unter enormen Anstrengungen zubereitet hatte - Rezeptempfehlungen werden wir in einem eigenen Beitrag veröffentlichen - haben wir die letzten Utensilien in die Rucksäcke gequetscht und die Wohnung besenrein hinterlassen.
Zahlen bei Monica war schnell erledigt und auch das gebuchte Taxi stand pünktlich vor der Tür. Nachdem Fabiola, unsere Taxifahrerin ein Problem hatte, organisierte sie selbstständig Ersatz in Form von Rodrigo.
Dieser lud alles ins Taxi und schon waren wir auf dem Weg. Die Frage, die sich uns jedoch die ganze Zeit stellte, war, ob es beim alten Fahrpreis bleibt oder uns ein vorher nicht näher bestimmter Aufpreis überraschen würde.
Am Flughafen kam dann die positive Auflösung. Nein!
Er verlangte auch die 13.000 CPS wie bei Ankunft, und auch hier stießen wir zunächst auf leichtes Unverständnis, als wir den Preis auf 15.000 CPS aufrundeten.
(Allerdings hatten uns Tage vorher bei Monica schlau gemacht, ob Trinkgeld in Chile so unüblich sei. Die Antwort war, dass auch etwa 10 % gegeben würde... Also keine Ahnung, warum die Leute oft anfangs so zurückhaltend reagiert haben.)
Das Einchecken des Gepäcks gestaltete sich relativ einfach. So viele Flüge gehen dort nicht weg und der Flughafen (Link) ist übersichtlich.
Allerdings wollten sie natürlich wieder die Akkus im Handgepäck sehen.
Zwei Stunden konnten wir gut am Flughafen verbummeln, bevor das Boarding begann. Einige Gruppen waren bereits im Flieger, bis wir an der Reihe waren.


Wichtig zu wissen: Das PDI von Chile sammelt die Zettel hier wieder ein, die man bei Einreise ins Land ausgestellt bekommen hat. Hier bietet sich an, diese sicher beim Reisepass zu verwahren, um sich unnötig langes Suchen und Erklärungen zu ersparen.
Keine Ahnung was passiert, wenn man diesen Zettel nicht mehr vorweisen kann. Wir haben ihm bis zu diesem Zeitpunkt kaum große Bedeutung beigemessen, waren aber froh, nicht testen zu müssen, was die Konsequenzen wären.
Diesmal war der Flieger gut, aber das erste Mal unserer Reise nicht voll besetzt, und wir saßen auch das erste Mal direkt nebeneinander.
Allerdings hat sich der Abflug aufgrund uns nicht verständlicher Probleme (Mitteilung nur auf Spanisch) deutlich verzögert. Der Flieger hat schon in Parkpostition durch den Wind gewackelt wie ein Kuhschwanz und das Bodenpersonal hatte draußen auf dem Flugfeld die helle Freude beim Warten.
Der Start ging holprig aber glatt von der Bühne und hat eine tolle Aussicht auf Punta Arenas und das Umland ermöglicht. Kaum in der Luft gab es Snacks und Getränke. Und das bei einem 1,5 h Flug. Großer Pluspunkt...
Im Flieger bekamen wir alle je noch zwei Zettel ausgehändigt, die man für das Flughafenpersonal auf den Falkland Inseln bei Einreise bereithalten muss. Einen Stift gibt es nicht dazu...
Mit den Zetteln werden sämtliche Daten zur Person und Aufenthaltsort dort vor Ort abgefragt und auch so nette Dinge bestätigt wie
ausreichend finanzielle Mittel, um sich versorgen zu können
kein Vorhaben, illegal zu arbeiten
bezahlter Rückflug vorhanden
Versicherung zur Flugrettung mit Abdeckung von mindestens 2 Mio. US $
Ehrlich, das wäre VORHER nett zu wissen gewesen. Wir haben für die Reise recherchiert und natürlich auch eine Reisekrankenversicherung. Und auch pro Person aus verschiedenen Gründen nicht nur eine. Aber diese Summe deckt absolut keine Versicherung davon ab. (Mehr dazu an anderer Stelle.)
Zwingende Voraussetzung: Unterkunft. Ohne Unterkunft verliert man das Aufenthaltsrecht. (Auch dazu später noch mehr.)
Turbulenzen gab es wenige und der Blick über den Atlantik und die Falkland Inseln war grandios.
Die Landung war Dank Wind aber so holprig wie der Start. Das war auch das erste Mal, dass wir im Flieger aufgrund des Drucks Ohrenschmerzen hatten.
Kurz bevor der Flieger die Landebahn berührt hat, kam noch die Ansage, dass Fotos nun tabu seien, da Militärbasis. Ok, damit kann man leben.
Der Flughafen selbst ist überschaubar, das militärisch genutzte Gelände um Mount Pleasant (Link) sollte aber deutlich mehr umfassen.
Aus dem Flieger steigt man über Treppe aus und wird schon genau beobachtet und zum Gebäude gelotst, an dem man freundlich von einem Desinfektionsteppich für die Schuhe begrüßt wird.
Hier mussten wir lange warten, da sich genau 4 Personen um die vorher genannten Zettel von allen Reisenden gekümmert haben. Je nach Angaben gab es Rückfragen und weitere Handlungen.
Die Falkland Inseln haben strenge Regularien und sind sehr bemüht, alles Schädliche von der einheimischen Flora und Fauna fernzuhalten.
Beispielsweise werden weitere Schuhe und Wanderstöcke zusätzlich desinfiziert und auch besondere Werkzeuge und Medikamente müssen gesondert ausgewiesen werden.
Auch hier wurde nochmal explizit nach Unterkunft und Versicherung gefragt.
Nachdem sich die meisten Leute hier aber irgendwie kennen, war es nicht weiter schwer, auf die Unterkunft zu verweisen, und auch die Aussage, dass wir noch nicht die ganze Reise voll durchgeplant haben und entsprechend noch nicht alle Aufenthaltsorte kennen, war in Ordnung.
Wichtig war nur, dass wir nach etwa drei Wochen wieder verschwinden und das ist auch zum Stempel in den Pass eingetragen worden.
Draußen wurden wir von einem Reisebus von Penguin Travel (Link) erwartet, der uns die knapp 40 km nach Stanley transportiert und dort der Reihe nach alle Gäste an den gebuchten Unterkünften abgeladen hat.
Der Bus wurde von unserem Gastgeber des Tu Guesthouse (Link) für uns organisiert.Unser Gastgeber hat uns auch bereits mit Kaffee und Kuchen erwartet.
Wir haben noch ein paar Formalitäten geklärt und wurden auch hier auf die Versicherung angesprochen. Da wurde nochmal deutlich, dass wir die Deckungssummer noch näher klären müssen.
Die Bezahlung der Unterkunft fand direkt vor Ort statt, und zwar kontaktlos mit unserer Karte über Smartphone des Gastgebers (NTFS)!! Das wäre normal kein Problem, da ich der Technik aber nicht unbedingt wohlgesonnen gegenüber stehe, habe ich - nichtsahnend - vor der Abreise bei zwei meiner Karten dies Funktion gekillt!!
Das gestaltete die Zahlung nicht einfacher, da es keinen „normalen“ Kartenleser zum reinstecken sondern eben nur das Smartphone gab.
Glücklicherweise hat die Karte von Riana diese Zahlungsform zugelassen und musste entsprechend herhalten.
Nach Mitteilung der Frühstückszeit für den nächsten Morgen sind wir müde ins Bett gefallen.
Allgemeine Infos noch zu den Falkland Inseln:
Das Wasser aus der Leitung ist hier bedenkenlos trinkbar. Nichts stinkt nach Chlor und man muss auch kein Flaschenwasser zum Zähneputzen kaufen, damit man keine Woche nur auf dem Klo verbringt.
Weiterhin darf man das Klopapier hier im Klo runterspülen, wie in Deutschland auch.
Riesen Pluspunkt und diese Nachricht hat für freudige Luftsprünge gesorgt.
Da spricht keiner gerne drüber, aber die Entsorgung von Toilettenpapier über Toilette ist tatsächlich in vielen Ländern explizit verboten (unter anderem auch Chile) und es ist super nervig und ungewohnt, wenn das Klopapier im Mülleimer daneben entsorgen muss.
(Echt, das will man nicht sehen und nicht riechen... Das sorgt auch für ungewöhnliche „Planung“ gewisser Bedürfnisse – falls machbar – und seltsames Duschverhalten...
Die gemeine chilenische Toilette hat nämlich kein BD bzw. keine integrierte „Arschdusche“, wie es z. B. bei Toiletten in der Türkei der Fall ist. Das erklärt auch, warum in den Bädern eigentlich immer so tolle Duftstecker in den Steckdosen hängen. Selbstschutz??? Dafür ist das Klopapier in Chile auch so dünn, dass man fast durchsehen kann. Einlagig extra spezial...)
Die Falkländer sind dafür britischer als britisch. Todsünde: Schuhe im Haus anlassen.
Also IMMER Schuhe ausziehen, wenn man in der Unterkunft ist. Am besten schon fragen, wo man sie ausziehen darf, bevor jemand auch nur luftholen und einen darauf hinweisen kann.
02.11.2025
Hier wird es früh hell, unsere Gastgeber müssen auch normal arbeiten und entsprechend gibt es auch früh Frühstück.
7:15 Uhr wurden wir mit einem klassisch britischen und sehr kalorienarmen Frühstück erwartete.
Rührei mit Speck, Toast, Baked Beans und Sausages.

Ok, wir haben uns das ausgesucht. Man hätte auch ein Croissant und Joghurt bekommen können...
Aber Fett isoliert und wir wollen ja hier nicht frieren.
Unser Gastgeber hat uns an diesem Tag spontan mit seinem Auto auf eine Tour in und um Stanley mitgenommen, um uns einige interessante Orte zu zeigen und damit wir ein Gefühl für die Entfernungen hier bekommen.
Unser Eindruck:
Stanley ist relativ klein, allerdings sehr weitläufig und über mehrere Ebenen verteilt. Unsere Unterkunft ist weiter oben an einer der Hauptstraßen, dafür aber so gelegen, dass man einfach nur nach unten Richtung Hafen laufen muss, um direkt im Ortskern zu landen.
Der kleine Ortsflughafen für die „Inlandsflüge“ ist allerdings schon relativ weit draußen und auch die Dünen und das offene Meer sind recht weit entfernt. Theoretisch zu Fuß machbar, allerdings mit Mietwagen sinnvoller. Das war schon mal gut zu wissen für die Planung der nächsten Tage, die sich folglich eher auf den Ort selbst beschränken würden.
Anschließend haben wir uns in der Stadt aussetzen lassen, um einen Teil zu erkunden.
Kaum angekommen, hat uns der erste Graupelschauer erwischt. Hier wechselt das Wetter innerhalb von wenigen Minuten.

Der Wind ist immer präsent. Mal mehr mal weniger stark, aber eigentlich immer da. Drum geht der Wetterwechsel auch so schnell.
In Kombination mit dem Graupel bekommt man ein fantastisches Gesichtspeeling verpasst und merkt auch recht schnell, dass zu dünne Stoffe die Einschläge bis auf die Haut nicht verhindern.
Absolute Must Haves, so viel können wir schon mal verraten: Schlauchschal, Mütze und winddichte Jacke, die idealerweise schnell trocknet. Alles darunter kann man variieren, aber auf die Ausrüstung werden wir gegen Ende der Reise nochmal näher eingehen.
Man kann sich am Hafen in den Wartekabinen für die Schiffspassagiere gut unterstellen. Im restlichen Ort ist das eher schwer. Alternativ einfach den Schauer durchstehen oder in einen Laden, ein Café oder Restaurant verziehen. Die Supermärkte haben hier eigentlich alle auch sonntags geöffnet.


Am Hafen haben wir ein paar Robben gesichtet, die es sich auf dem Anleger gemütlich gemacht hatten. Allerdings hat auch die der Graupel vertrieben.

Wir sind ins Waterfront (Link) geflohen und haben uns Kaffee und Bier gegönnt. Für Mittagessen war es noch zu früh.
In der nahegelegen offiziellen Touristeninformation (Link) haben wir und noch mit kostenlosen Karten und Broschüren eingedeckt und sind auf dem Rückweg in die Unterkunft noch in einem kleinen Supermarkt beim Einkaufen gewesen.
Dann war da noch die Sache mit dem Bargeld.
Es gibt auf der Insel einen einzigen Geldautomaten und der ist in der örtlichen und auch einzigen Tankstelle (Link) bei Stanley Services. Zugänglich ist der Automat dementsprechend auch nur während der Öffnungszeiten.
Wir haben dann mit der „normalen“ Maestro Bankkarte und mit der Mastercard versucht Geld abzuheben. Normale Bankkarte 0, Mastercard 1, allerdings ist auch die Maximalsumme auf 250 Pfund beschränkt. Der Vorgang kann aber wiederholt werden, so dass wir dann doch etwas Bargeld hatten.
Insbesondere für den Trip nach Saunders Island (Link) wollten wir genügend Geld dabei haben, um hier bar zahlen zu können, für den Fall das mit den Karten was schiefläuft.
In der Unterkunft ist WLAN vorhanden. Starlink ist hier noch in der Testphase, aber nachdem die lokale Kommunikationsgesellschaft keine ausreichend sichere Internetverbindung gewährleisten kann, drängen die Einheimischen auf eine schnelle Lösung.
Freies WLAN gibt es hier über den lokalen Anbieter auch nicht. Es gibt WLAN Hotspots, aber auch für die Nutzung dieser muss man registriert und angemeldet sein und auch diese kosten!
Gut für uns: Die Unterkunft darf Starlink auf Herz und Nieren testen. Ist auch nötig, da hier über die Telekom mit Ländergruppe 4 nur einen Tarif mit billigen 0,59 Cent pro MB Roaming angeboten wird. (In Chile gab es wenigstens noch 2,5 GB für 7 Tage bei knapp 15 €...)
Nächster Punkt war, die Versicherungen anzuschreiben und zu Fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, die Luftrettungspauschale gegen Aufpreis aufzustocken.
Weiterhin wollten wir uns hier vor Ort nochmal wegen Mietwägen, SIM-Karte und Flügen nach Saunders Island schlaumachen.
Wichtigster Tipp von unserem Gastgeber: Immer einen Plan B haben. Das Wetter ist hier so unberechenbar, dass nie garantiert werden kann, dass man von einem Ort zum anderen kommt.
Das gilt auch für die großen Flieger zurück aufs Festland (wie unsere Mitbewohner in der Unterkunft 2 Tage später feststellen mussten. Der Flug wurde um 24 h verschoben.)
Wichtig zu wissen:
Man zahlt trotzdem selbst für die weitere Unterkunft und muss sich auch selbst drum kümmern. Airlines wie LATAM schließen derartige Leistungen aus und sind daher nur bei technischem Verschulden zu belangen. Das Wetter zählt hier nicht dazu!
Das kann schnell sehr teuer werden, wenn man eine Woche hier irgendwo festhängt.
Unterkünfte, die man gebucht hat, zahlt man trotzdem, auch wenn man wetterbedingt selbst nicht ankommt. Hier kann eben nicht wie bei uns mal eben storniert werden, weil die Unterkunft andere Gäste findet.
Und wirklich ernst nehmen: Es ist nicht billig hier!
Daher immer mit der Unterkunft vor Ort reden – die Leute kennen die Thematik ja – und IMMER mindestens einen Tag vor dem Rückflug aufs Festland in Stanley sein und eine Nacht vor Abflug hier verbringen.
Die Leute kennen sich und helfen hier auch bei der Lösung, falls Probleme auftreten. Also ist es unwahrscheinlich, dass man im Freien schlafen muss, weil die eigene Unterkunft voll ist. Ein Platz wird sich im Zweifel irgendwo anderes finden.
Nach Absprache mit den Gastgebern haben wir im Vorgarten am Zaun die Antenne aufgebaut und das Kabel durch das Fenster gelegt. Wir sind ja nicht zum Spaß hier sondern in königlich bayerischer Mission unterwegs ;-).
Ist ganz lustig so. JEDER der am Zaun vorbeifährt, guckt...

Ganz wichtig:
Gut abspannen. Die Gepäckgurte haben wir für die Sicherung des Antennenmasts am Zaun missbraucht und das Kabel mit Kies eingegraben. Stolperschutz und so. Und Windschutz gibt es für den armen Masten nicht, der ist den Elementen direkt ausgeliefert und verbiegt sich dementsprechend.
Über die WhatsApp Gruppe des DARC Ortsverbandes Traunstein, kurz Charly 16, wurden die Funkaktivitäten angekündigt und dann das System hochgefahren.
Das Problem hier ist, dass wir in einer kleinen Stadt sind und es daher auch sehr viele Störungen gibt. Normale Sprachkommunikation in der Betriebsart SSB, ist sehr problematisch und wenig erfolgversprechend.
Hier muss man halt bei der mitgeführten Ausrüstung auch Abstriche machen, da es sich primär um kompakte Mobiltranseiver von Yaesu handelt, einmal FT-857 und einmal FT-891. Die sind gut, haben aber nicht die Filter, Rauschunterdrücker usw. die z. B. meine Heimstation – ein Yaesu FTdx-10 – aufweist.
Somit weiter zu Plan B: (Das hatten wir doch schon mal! ;-))
Nächster Test mit dem Funk-Chat-Programm VarAc, sozusagen Whats App über Funk. Funktioniert auch bei bescheidensten Bedingungen. Mal schauen ob es also auch hier damit gelingt, ein Paar Funker aus dem heimischen Ortsverband zu erreichen.
Diese haben hier nämlich ordentlich aufgerüstet und einige für diesen Test extra VarAc installiert. Danke dafür.
Ok, Funkgerät und Rechner sind verbunden. Modem läuft und ich sende mal eine Baake – sozusagen ein Signal an alle, die mich aufnehmen können – um zu sagen, dass ich bin auch auch da bin.
Zur Erklärung:
Wenn ich das Zuhause auf dem 20 m Band mache, dann kommen im Minutentakt neu gehörte Stationen hinzu. Hier ist das anders...
Den ersten Kontakt hatte ich mit ZS3TG und danach tauchte ein alter Bekannter aus Punta Arenas auf – Ricardo CE8SIW. Scheinbar habe ich ihn beim gemeinsamen konspirativen Trinken in Chile auf den Geschmack gebracht. 😊
Die Verbindung lief gut und stabil. Danach wieder ein Versuch, Europa zu erreichen.
Eine kurz aufgebaute Verbindung zu OE5???? war aber nicht beständig genug, so dass ich schon an der Anlage zu zweifeln begann. Stimmt was mit dem Funkgerät nicht?
Die Einstellungen wurden überprüft, sollten aber eigentlich in Ordnung sein.
Was man nicht unterschätzen darf, sind die vier Stunden Zeitverschiebung. Hier war es erst kurz nach 17 Uhr, daheim schon 21 Uhr plus.
Nachdem der Hunger mit der Zeit die Oberhand gewann – und man Riana in diesem Zustand (Unterzucker) nicht um sich haben möchte – entschlossen wir uns, in das nahe gelegene Shortys Diner (Link) zu gehen.
Aber zuvor noch den Mast einfahren, Antennenkabel abstecken und die Fenster verschließen.
Auch eine Besonderheit hier:
Die Fenster werden von unten her gekippt und geöffnet. Seitlich kann hier mit dem Wind keiner brauchen. Ein Fenster wird auch nur dann geöffnet, wenn man im Raum oder in unmittelbarer Nähe bleibt. Selbst die Türen werden nicht nur geschlossen sondern verriegelt, damit der Wind nichts aufdrücken kann.
So... Nachdem alles verrammelt war, ging es wieder einmal von Wind und Regen begleitet ins Shortys Diner. Einem eher rustikalen Lokal im Style einer Kantine.
Preislich im Rahmen, gut besucht und mit eher deftiger Kost für die schwer arbeitende Bevölkerung. Hätte auch in einem kanadischen Holzfällerlager sein können.
Hier merkt man, dass die Ölindustrie Einzug hält und viele verschiedene Firmen und Nationalitäten anwesend sind.
Das Essen selbst war top. Frisch, riesen Pizza und super saftiger Burger. Da können sich einige eine Scheibe von abschneiden.
Gut gestärkt wurden wir nach Hause ins Bett geweht.
03.11.2025
Montag... Unser erster „richtige Arbeitstag“ hier.
Auf dem Plan stand die Beschaffung einer SIM-Karte vom örtlichen Telekommunikationsanbieter SURE, damit uns die Kosten für Telefon und Daten außerhalb des WLAN Netzes der Unterkunft nicht umbringen.
Außerdem stand noch die Beschaffung eines Datenkabels für das Iiiiihhhh-Phone im Raum, nachdem mich der Versuch des „drahtlosen“ Fototransfer am Vortag schon leicht in den Wahnsinn getrieben hatte.
Also mal wieder die Regenjacke anziehen und los.
Der Laden der SURE Company (Link) ist grob am anderen Ende der Stadt. Unter normalen Umständen kein großer Akt, aber starker Wind in Kombination mit Hagelschauern ließen die Entfernung nicht unerheblich anwachsen, die wir natürlich trotz sämtlicher Widrigkeiten heldenhaft gemeistert haben.
Entlang der Hauptstraße von Stanley und der Uferpromenade finden sich viele relevante Gebäude und einige Gedenkstellen zu allen Konflikten, die um oder auf den Falklandinseln ausgetragen wurden. Wir haben natürlich ausgiebig fotografiert.
Namen der Denkmäler aufschreiben und verlinken.





Auf einmal krachte es hinter mir und ich hatte gedacht, Riana ist das Handy runter gefallen.
Gefallen ist auch etwas, aber nicht von uns. Die örtlichen Möwen lassen hier aus gut 10 m Höhe Muscheln auf den Gehweg oder die Straße fallen, um an die Innereien zu kommen.
Ca. 50 cm hinter mir hatte eine Muschel eingeschlagen. Schwein gehabt...
Seid versichert, ich (Riana) hätte getroffen! 😈
Nach den Besorgungen im SURE Laden ging es wieder zurück zur Unterkunft zum Aufwärmen, SIM-Karte wechseln und Starten eines neuen Funktest am Nachmittag.
Leider mit den gleichen Ergebnissen wie am Vortag. Leichte Ernüchterung machte sich breit.
Also doch mal den Notnagel auspacken, FT8...
Von vielen Funker gefeiert, für mich persönlich ein Notbehelf.
Für alle die nichts mit der Funkerei zu tun, haben mal eine kurze Erklärung:
Eine Funkverbindung gilt als bestätigt, wenn mindestens das Rufzeichen, die Frequenz oder das Band, die Betriebsart, Datum, Uhrzeit nach UTC, der Standort des Funkers und der Signalrapport der Stationen untereinander ausgetauscht wurden.
FT8 reduziert diesen Austausch auf das absolute Minimum. Die nötigen Daten werden automatisiert vom Rechner übertragen. Man muss selbst nur noch eine andere Station anklicken, der Rest läuft über den Rechner. Unpersönlicher geht es kaum!!
Aber es funktioniert. Vor allem weil es von sehr vielen Funkern genutzt wird. Leider jedenfalls wesentlich mehr als die kleine aber wachsende VarAc Gemeinschaft.
Ok, FT8 läuft und Stadtionen über Stadtionen aus der ganzen Welt werden mir angezeigt. Mit einer nach der anderen konnten Verbindungen gemacht werden. Das mit 50 Watt, die ich dann auf 35 Watt reduzierte und es ging immer noch.
Eines der Ziele unserer Ham-Radio-Tour ist die Aktivierung von noch nie aktivierten SOTA-Gipfeln auf den Falkland Inseln.
Das funktioniert so:
Man latscht mit dem ganzen Funkkram auf den Gipfel eines Berges, welcher als SOTA-Gipfel erfasst ist. Davon gibt es auf Ost-Falkland 17 Stück, 11 davon wurde noch nie aktiviert. (Das soll sich ändern!)
Wenn man oben angekommen ist, baut man das ganze Zeug zum Funken auf und legt los. Eine Aktivierung ist erfolgreich, wenn man mindestens 4 direkte Verbindungen zu anderen Funkern vorweisen kann.
In welcher Betriebsart (Sprache, Morsen, Digitalmodus usw.) ist letztendlich egal. Das heißt,wenn mit Sprache nichts geht, mit FT8 geht es fast sicher. Nichts wäre beschissener, als nach den ganzen Mühen festzustellen, dass man die Verbindungen nicht zusammenbekommt.
Ein wichtiger Punkt heute, war noch die Erweiterung oder Beschaffung der nötigen Reisekrankenversicherung.
Zur Erinnerung, diese ist bei uns mehrfach vorhanden, allerdings deckt eigentlich keine normal erhältliche Versicherung bei 2 Mio. US $ (!!!) Flugrettung und Bergung ab.
Nachdem die von uns angeschriebenen „Bestandsversicherungen“ bis dato nicht geantwortet hatten, haben wir nach Alternativen gesucht. Problem: Keine Versicherung nimmt einen, wenn man schon unterwegs ist...
Eine Ausnahme, für die wir uns dann auch entschieden haben: World Normads (Link)
Nicht ganz billig, aber relativ einfach online zu buchen.
Eigenen Wohnsitz, Alter, Reiseziele und Reisezeitraum eingeben, Tarif wählen (Normal oder Explorer – Explorer deckt höhere Summen ab), Adresse ergänzen, mit Kreditkarte zahlen... fertig.
Konditionen durchlesen macht Sinn!
Ist man bereits auf Reisen, gibt es eine 72 h Sperre... Klar, die soll verhindern, dass man aktuell bereits geschädigt ist (Gepäck gestohlen, Flug verspätet, …) und dafür noch Ersatz bekommen will. Diese Sperre gilt aber scheinbar nicht für Notfälle und Unfälle und darauf kommt es uns ja an.
Die Informationen bekommt man sofort per Mail, allerdings alles auf Englisch. Man willigt auch explizit ein, dass dem so ist und auch die Notfallabwicklung auf Englisch erfolgt.
Gibt es besondere Gepäckstücke, die einen bestimmten Wert überschreiten, kann man diese gesondert angeben und gegen Aufpreis aufnehmen lassen.
Zu achten ist auch explizit auf die „Tätigkeiten“, die ausgeübt werden dürfen. Das ist keine Versicherung für Extremsportler im Ausland und/oder Wettkämpfe.
Nach erneutem Unterzucker und nach Rücksprache mit den anderen Gästen in der Unterkunft, wurde uns das Lokal im Malvina House (Link) empfohlen. Nicht gerade billig, aber sehr gut.
Ok, das klingt nach einem Plan... Also machten wir uns gegen 18.30 Uhr auf den Weg. Grob den gleichen Weg, den wir heute schon einmal beschritten hatten. Was tut man nicht alles für Essen.
Angekommen im Malvina House wurde uns mitgeteilt, dass das Lokal erst um 19.00 Uhr öffnet und wir mögen doch bis dahin einen Drink an der Bar nehmen. Der Idee nicht direkt abgeneigt, haben wir uns also zunächst in der gut gefüllten Bar zwei Bierchen aus der örtlichen Brauerei geholt.
Punkt 19.00 Uhr war das Bier natürlich leer und wir sind ins Lokal gewechselt.
Unser Platz – ein kleiner Tisch direkt an der Fensterfront mit Sicht aufs Wasser und Umgebung – war absolut Top.

Das Malvina House ist sozusagen das erste Hotel am Platze, aber ohne übertriebenen Dresscode. Wir sind mit unseren doch recht „outdoor orientierten“ Klamotten nicht weiter aufgefallen und die Anzugwahl war zu keinem Zeitpunkt ein Problem, wie es sonst evtl. in anderen gehobenen Lokalen der Fall gewesen wäre. Das machte die ganze Atmosphäre doch sehr entspannt.
Nachdem Riana sich schon grob auf Fisch festgelegt hatte, sollte es dann auch einen Weißwein dazu geben.
Davor natürlich Vorspeise – sie hatte Tintenfisch, ich einen Salat mit Carpaccio – Hauptgang mit lokal gefangenem Fischfilet (Toothfish) und bei mir eine Lammschulter...
Jeder der über die englische Küche lästert, wird hier eines besseren belehrt. Tolle Portionen und super lecker!
Nach diesen zwei Gängen waren wir eigentlich schon sehr gut bedient, ließen uns aber dann doch noch zu einem „Great Alaskian ?????“ hinreißen.
Also das Ding hat gefühlt ca. 3.000.000 Kalorien, aber ist eines der tollsten Desserts das ich je hatte. Unten ist ein dünner Kuchenteig, darauf Vanille Eis, welches von steif geschlagener, angeflammter Sahne eingehüllt und zusätzlich noch in Toffee-Soße ertränkt wird.

Ich denke das Bild sagt mehr als tausend Worte.
Preislich für 3 Gänge und Wein tatsächlich auch schwer in Ordnung.
Wir konnten von unserem Platz aus den Sonnenuntergang gut beobachten und traten dann bei fast Vollmond den Rückweg zur Unterkunft an. Der Weg in den oberen Teil der Stadt war nach dem reichlichen Mahl doch recht beschwerlich.


So beendeten wir den Tag.
04.11.2025
Immer noch vom Vortag gesättigt, ging es zum Frühstück.
Eine Besonderheit heute: Starlink ist ausgefallen.
Eine Verbindung zum Internet war uns also nicht möglich. Daher Alternativprogramm, weil Internet für die weitere Reiseplanung unabdingbar ist.
Ich baute noch schnell den Antennenmast auf und machte die Funkanlage wieder betriebsbereit. Ziel war es, die Bedingungen in den Vormittagsstunden zu testen.
Der Wind war massiv und bog den Mast wieder deutlich in Richtung Straße. Die Anlage lief mit VarAC und die Ausbeute war erneut bescheiden.
Aber Ricardo CE8SIW war wieder dabei – was mich sehr freut – und auch diesmal kam es zu einem Kontakt.
Nach dem Frühstück haben wir dann erst einmal reingehört und über das Band gedreht, ob andere Stationen da sind.
Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, einen Kontakt mit Sprache zu machen. Aber leider nein.
Dann kam der Test mit Winlink Express an die Reihe. Einem Programm zum Versenden von E-Mails über Funk. Die Email-Adresse habe ich ja auf der Homepage hinterlegt.
Mit Winlink Express kann man Weltweit über Funk die Emails abrufen, sofern die Gegenstation keine Datei oder Bild mit mehr als 5 MB angehängt hat!
Die Download Geschwindigkeit lässt sogar ein gutes altes 56k Modem schnell aussehen...
Für eine „normale“ Text-Email mit einer Seite rödelt die Anlage dann schon mal 2 Minuten. Jetzt kann man sich ausrechnen was passiert, wenn da ein größerer Anhang dran ist.
Soviel Lebenszeit hab ich nicht mehr, um diesen Download zu erleben! 😂
Kurze Erklärung hierzu. Der Leser soll ja auch ein bisschen was mitnehmen:
Es gibt weltweit sogenannte Winlink-Knoten. Das ist nichts anderes als ein Computer, der am Internet hängt und an den ein Funkgerät angeschlossen ist.
Diese Knoten kann man anfunken und wenn alles klappt, antwortet der kontaktierte Knoten dann automatisiert und tauscht die zuvor erstellten Emails aus. Diese Mails landen dann, wie bei einem normalen Email Programm auch, im Posteingang.
Auch der direkte Versand zwischen Funkstationen ist hiermit möglich und funktioniert somit auch ohne weitere Infrastruktur.
Ich habe Kontakt zu einem Knoten in Argentinien aufgebaut und siehe da, zwei Emails – eine vom Lothar, DK5LL und eine vom Helmut, DJ8MEH – wurden empfangen. Vielen Dank an dieser Stelle schon mal. Die Antwort wurde auch umgehend gesendet. 👍
Also wieder FT8 und siehe da, wieder massig Stationen.
Einen Ausflug gab es dann doch noch. Und zwar nochmal zur örtlichen (und einzigen) Tankstelle (Link) auf den Inseln. Dort ist auch eine der Autovermietungen (Link) von Stanley.
Nachdem wir uns 4 Tage auf eine der Westinseln (Saunders Island) verdrücken wollen, ist anschließend eine Rundreise über die Ostinsel geplant, wofür eine Auto unabdingbar ist.
Dieses bekommen wir nun direkt an den kleinen „Inlandsflughafen“ geliefert.
Ein Punkt, den wir seit Chile noch erledigen wollten, Wäsche waschen... Wir waren dann doch schon ein paar Tage unterwegs.
In der Unterkunft habe wir keine Maschine und nur ein kleines Zimmer. Daher haben wir kurz mit dem Gastgeber geredet. Es gibt hier einen Waschservice, daher sollen wir unsere Wäsche einfach kurz vor die Tür stellen. Die Wäsche wird dann für uns abgegeben und wir bekommen alles frisch am nächsten Tag wieder. Gesagt, getan.
Abends ging es nochmal ins Waterfront (Link), das kleine Cafe/Resaurant, in das wir uns am ersten Tag hier vor dem Graupel gerettet haben. Diesmal aber zum Essen.
Klassisch Fish and Chips, ein Philly Steak Baguette und Bier... Auch alles sehr lecker.
Nachdem wir noch deutlich von den Ausschweifungen des Vortags geläutert waren, hat uns hier ein Gang gereicht... Ein Cappuccino zum Abschluss musste reichen.
05.11.2025
Starlink geht immer noch nicht.
Langsam ist es echt blöd, weil die Organisation der weiteren Reise drängt.
Vorteil hier: Fantastische, nette und sehr gut vernetzte Gastgeber...
Unser Gastgeber hatte heute Vormittag Zeit für uns und wir haben uns lange darüber unterhalten, was wir noch gerne machen würden. Nachdem die Sache mit Saunders Island und dem Mietwagen bereits geklärt war, ging es daran, die darauffolgenden Unterkünfte zu organisieren.
Ihr erinnert Euch – keine Unterkunft, kein Bleiberecht!
Nachdem das Wetter hier gerne Kapriolen schlägt, war klar, dass wir vor der Rückreise nach Chile 1 bis 2 Tage in Stanley verbringen wollten. Ein weiterer Trip auf die Westinseln, wenn auch nur mit Fähre, wäre uns ebenfalls zu riskant, weil auch diese wetterbedingt ausfallen kann.
Mietauto auf der Westinsel ist tabu, da ausschließlich in Privatbesitz und weil die Straßen/Wege dort noch bescheidener sind.
Offroad-Fahren ist ebenso tabu – egal auf welcher Insel.
(Da ist das Mietauto schneller weg, als man gucken kannst und wenn was passiert, zahlt da keine Versicherung.)
Mit dem Mietauto könnten wir aber – auf legalen wegen – noch 2 bis 3 Stationen auf der Ostinsel mitnehmen.
Also haben wir uns mit unseren Gastgebern abgesprochen und diese haben für uns dann bei Ihren Bekannten nachgefragt, ob es Plätze für uns gäbe.
Herausgekommen ist eine geplante Tour nach Rückflug von Saunders Island mit dem Mietwagen nach North Arms (3 Nächte), Darwin (3 Nächte) und Port San Carlos (3 Nächte) und abschließend nochmal 2 Nächste in der Unterkunft in Stanley, in der wir gerade sind. Perfekt...
Soweit der Plan in der Theorie, die Praxis wird sich zeigen.
Unsere Wäsche haben wir auch wiederbekommen und noch kurz sortiert, bevor wir erneut in die Stadt aufgebrochen sind.
Mangels Starlink hatten wir das Bedürfnis, die SIM-Karte (Falkland) auch mit Datenvolumen aufzuladen, um fehlendes WLAN notfalls so ausgleichen zu können.
Ein aus rein wissenschaftlichem Interesse gestarteter Versuch mit Roaming-Datenpaket über die Telekom (0,59 Cent pro MB) verursachte nur durch Buchung des Pakets und Abrufen der Daten durch die Apps alleine innerhalb weniger Minuten Kosten von knapp 18 €. (!!!)
Also NEIN, geht gar nicht!
Um uns etwas sportlicher nochmal zum SURE Shop zu begeben, wählten wir dieses Mal einen anderen Weg über „West“-Stanley.
Wir erwähnten bereits, dass Stanley recht weitläufig ist...
Entsprechend war es ein langer Umweg, bei dem wir ungefähr wieder 3x nass geworden sind.

Der Weg hat uns durch das Neubaugebiet von Stanley geführt.
Eigentlich ist die Bauweise recht amerikanisch. Keine Keller, alles mit OSB-Platten gebaut und mit einer Art Kunststoff teils in Holzoptik verkleidet.
Mal wieder im Sure Shop beim meiner Meinung nach weltschlechtestem Verkäufer angekommen, haben wir für 2x für 20 Pfund, 1,5 GB Datenvolumen gekauft, also 3 GB in Summe, plus 2x 5 € für die WLAN-Hotspots der SURE Company. (Diese WLAN-Gutscheine gibt es auch in den Supermärkten.) Zur Info wir sind dort verdammte Touristen, denen man schon beim ersten Besuch vor zwei Tagen das komplette Paket (SIM- und WiFi- Karten, sowie massig Datenvolumen) verkaufen hätte können. Aber nein wir mussten mehr oder weniger wegen allen Punkten nachfragen und bei den WiFi-Karten hat er gemeint die können wir im Supermarkt kaufen. Erst auf erneute Nachfrage ob er auch welche hätte, rückte er damit raus!! Anwärter für den Titel "Mitarbeiter des Monats".
Im Laden noch einen Blick auf das Plakat mit den Abo-Datenverträgen geworfen. Für alle die sich beschweren, dass die Telekom teuer ist, die ist im Vergleich zu hier noch absolut billig.
Brutal, was Internet hier kostet!
Wir hoffen sehr, dass Starlink dann offiziell für alle eine Besserung bringt, da auch die Firmen darauf angewiesen sind.
Anschließend sind wir ins Museum (Link) gegangen.
Es ist nicht groß, allerdings liebevoll eingerichtet und wir haben es bis Feierabend komplett für uns alleine gehabt.
Gleich wieder was über die Besiedlung, verschiedene Kriege, Walfang und Arktisexpeditionen gelernt.

Nachdem wir die letzten Tage ein recht ausgiebiges Abendessen hatten, haben wir uns heute für einen leichten Snack in der Unterkunft entschieden.
Also noch kurz im Supermarkt Rotwein, Bier, Chips und Instant-Mac&Cheese besorgt. Leichter Snack, sag ich doch...
Und die Auswahl an lokalem Bier ist nicht zu verachten. Ratet mal, welches wir uns dann noch mitgenommen haben:

Mangels Internet ging bezüglich Block leider nicht viel vorwärts. Wir habe zwar etwas an den Texten gebastelt, aber tagesaktuell können wir ihn so leider nicht halten.
06.11.2025
Vorerst letzter voller Tag in Stanley.
In der Früh aufgewacht und aufs Smartphone geschaut... Juhuuuu, Starlink geht wieder.
Erst mal brav den WhatsApp-Status mit ein paar Bildern der letzten Tage gefüttert und dann aufgestanden.
Anschließend wieder pünktlich um 7:15 Uhr sich selbst füttern. Diesmal kein britisches Frühstück sondern die leichtere Variante gewählt. Croissant, hartgekochtes Ei, Toast mit Schicken und Käse gefüllt und Joghurt...
Also leichter als die britische Variante, aber immer noch deftig genug.

Ansonsten schaut das Zimmer gerade aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte.
Das liegt daran, dass wir das Gepäck für Saunders Island vorbereiten und Dank Gewichtsbeschränkung in den kleinen Flugzeugen (20 kg pro Person – Gepäck, nicht Gewicht der Person, aber auch dieses Gewicht muss man dem Piloten angeben... 😝) einen Teil hier in der Unterkunft lassen dürfen.
Funkzeug kommt natürlich alles mit – wir sind ja nicht zum Spaß hier und irgendwas muss man ja auf die Berge schleppen, damit einem nicht langweilig wird – aber Kleidung etc. haben wir gut reduziert. Für die 4 Nächte brauchen wir ja nicht alles und durch die letzten Tage vor Ort wissen wir ja einigermaßen, welche Klamotten sich bewährt haben.
Beim Aussortieren kam unser Gastgeber vorbei und frage, ob er uns zum Flughafen mitnehmen soll, damit wie die Abflugzeit für morgen direkt vor Ort klären können.
Also kurz die Kauleiste geschrubbt und mit ins Auto gehüpft. Bei den Entfernungen hier sagt man dazu nicht nein.
Diesmal habe ich auch daran gedacht, die Kamera mitzunehmen... Gestern hatte ich sie vergessen, weil wir ja nur kurz zum SIM-Karten-Shop wollten und habe mich im Nachhinein sehr darüber geärgert.
Am Flughafen (Link) angekommen, haben wir noch keine Auskunft bekommen. Bei ihnen hat sich in letzter Zeit so viel getan, dass sie erst am späten Nachmittag sagen können, wie es aussieht.
Egal. Wie haben ja schon an unserem ersten Tag einen Einblick bekommen, was man sich landschaftlich alles in der nähe des „Inlandsflughafens“ ansehen kann und sind dann munter zu Fuß Richtung Dünen und Strand aufgebrochen. Wetter hat an diesem Tag super gepasst.
Auf der rechten Seite des Strands gäbe es eine Kolonie von Gentoo-Pinguinen (Link). Da diese aktuell aber infiziert ist und zum Schutz ein gewisser Abstand gewahrt werden muss, haben wir die Seite gemieden und uns links gehalten.
Die Dünen geben ein beeindruckendes Bild ab. Sie sind sehr hoch und über und über mit feinem weißen Sand bedeckt. Dazwischen gibt es ein paar steile und spitze Felsformationen und stacheliges Gras.
Je nach Feuchtigkeit des Sands und abhängig vom Untergrund ist der Boden entweder sehr hart oder man sinkt schnell recht tief ein. Auf der anderen Seite des Strands wird man auch vor Treibsand gewarnt. So ganz von der Hand zu weisen ist das also nicht und man tut gut daran, nicht alleine unterwegs zu sein und vor allem mit dem Auto auf der Straße zu bleiben. Diverse abgebrochene Autoteile am Straßenrand belegen, dass das wohl nicht jeder so beherzigt hat.


Hat man sich durch den Sand der Dünen gekämpft, kommt man an einem schneeweißen Sandstrand namens Yorke Bay (Link) an, der nur von Muscheln, Seetang und Seevögeln bevölkert wird. Menschen sieht man maximal in einigen Kilometern Entfernung. Im Prinzip hatten wir den gesamten Strand für uns allein.

Wie soll ich sagen, es ist November und wir sind am Atlantik. Es ist naheliegend, dass das Wasser hier jetzt gerade nicht ganz so warm ist, allerdings gibt es Leute, die das trotzdem testen wollen.
Da freut Man(n) sich dann, dass der Strand so leer ist.
Ich garantiere zwar nicht, dass die Möwen keine Albträume bekommen haben und ich bin auch sehr froh, dass meine meine Flüche und mein Lachen nicht gehört hat, allerdings ist den Großteil des Tages eine nasse Unterhose an meinem Rucksack gebaumelt...
Und ja, es gibt Bilder, nur sind die meisten davon nicht jugendfrei...

Am Ende des Stands musste Man(n) sich dann auch wieder die Socken und Schuhe anziehen. Nachdem das mit fließenden und grazilen Bewegungen vonstatten ging (es hat ewig gedauert und ich musste stützen) konnten wir den Strand verlassen.

Wir sind weiter nach Gypsy Cove (Link) gewandert.
Hier gibt es eine Magellanpinguin-Kolonie (Link), aber unabhängig davon ist die Bucht einfach wunderschön.
Zugang bekommt man über einen extra abgesicherten Weg, der wieder mit einer Desinfektionsmatte für die Schuhe startet.
Dort sieht man gleich nochmal Yorke Bay von der anderen Seite.

Pinguine habe wir erst mal keine gesehen. Da diese Art aber in Höhlen brütet, war klar, dass Geduld gefragt ist. Und diese wurde auch belohnt.

Ein Pinguin kam direkt aus dem Meer über den Strand und kam engelsgleich Richtung Brutstätte gewatschelt.
Zieht Euch 3 Schneeanzüge übereinander an und versucht zu laufen.
Ungefähr so. Michellin-Männchen-Style:

Spaß beiseite, es ist faszinierend, wie weit und hoch diese kleinen Pinguine kommen, obwohl sie an Land nicht soooo besonders gut zu Fuß sind. Und da ist es steil.

Dieser hier hat sich gesonnt und uns ebenso beobachtet, wie wir ihn. Als er dann zum Strand aufbrechen wollte, ist ein Geier über ihn geflogen und er war schneller wieder in der Bruthöhle, als man schauen konnte. Kluges Kerlchen.
Geier gibt es hier auch jede Menge und sie sind meistens gemeinsam unterwegs. So wirklich beunruhigen lassen sich aber die meisten anderen Tiere dadurch nicht wirklich.
Nur die Gänse wachen mit Argusaugen über ihre Kleinen.

Weiter oben auf dem Hügel erstreckt sich eine sehr moorige Landschaft. Ganz oben steht ein altes auf Blanco Bay bzw. Port Williams ausgerichtetes Geschütz und es finden sich Reste alter Stellungen.
Nachdem wir doch einige Zeit in Gypsy Cove verbracht hatten, ging es für uns zurück Richtung Stanley.
Eigentlich wollten wir noch zum Schiffswrack XXXX (Link), allerdings hat kurz vorher ein netter Einheimischer mit Pickup neben uns angehalten und gefragt, ob er uns mitnehmen soll. Es würde ja gleich regnen.
So etwas lehnt man hier eher selten ab und wie soll man sagen, der gute Mann hatte vollkommen Recht. Ein paar Minuten später hat es angefangen zu regnen.
Außerdem kommen wir ja nochmal nach Stanley zurück und können dann mit eigenem Mietwagen zum Wrack fahren. Es wird schon nicht wegschwimmen.
Außerdem hat uns der Rückweg durch das Industriegebiet von Stanley geführt und Gespräche mit gebürtigen Falkländern sind sehr interessant.
Die Entwicklung der letzten Jahre hat er uns in kurz so geschildert:
Früher war der Lebensstandard niedriger, aber die Lebensqualität hoch. Heute hat der Lebensstandard zugenommen, aber die Lebensqualität nimmt ab.
Unser Fazit: Man merkt, dass hier einiges im Wandel ist. Ob zum Besseren oder Schlechteren wird sich zeigen bzw. immer irgendwie Ansichtssache sein. Aber die Industrialisierung ist in vollem Gange und wird durch die Ölindustrie befeuert werden...
An der Tankstelle wurden wir abgesetzt, was gut gepasst hat, da wir für die nächsten Tage noch Bargeld beschaffen wollten.
In Port San Carlos können wir nur Cash zahlen und etwas Bargeld in der Tasche fühlt sich generell nicht schlecht an.
Auf dem Heimweg nagte der kleine Hunger etwas an mir. Unterzucker und so...
Irgendwie wird mir dann immer unterstellt, dass ich grantig werde – warum auch immer. Personifizierte Snickers-Werbung... Vielleicht, aber eine Diva bin ich dann eigentlich nicht.
Egal. Hunger und Lage haben uns nochmal ins Shortys Diner (Link) getrieben. Das Essen dort war reichlich und gut. Diesmal Omlette und Burger.
Wieder eine gute Wahl...
Auf dem Rückweg in die Unterkunft haben wir noch kurz im Supermarkt zusätzliche Verpflegung für Saunders Island eingekauft.
War nicht meine Idee. Also keine Ahnung, warum Man(n) denkt, dass wir da sonst verhungern.
Ich schnappe mir notfalls auch ein Schaf oder einen Pinguin...
Zurück in der Unterkunft haben wir uns noch Tee und Bier gegönnt. Eigentlich müssten wir noch den Rest packen, aber Man(n) hat einen lokalen Funker kennengelernt, der in der Unterkunft angerufen und ihn eingeladen hat.
Daher ist Man(n) jetzt weg und ich weiß nicht, wann er den Weg nach Hause findet. Erfahrungen in Chile haben gezeigt, dass das durchaus dauern kann.
Daher sitze ich jetzt hier, trinke das Bier alleine und schreibe hier die Texte weiter und sortiere Bilder, die wir Euch zeigen wollen.
Gibt schlimmeres...



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